Sitzung vom 15. Dezember 2020

Roth lehnt Ehrung bei Jahresschlusssitzung ab

Der Gemeinderat Krummennaab hat beschlossen, dass Herr Uli Roth mit der Bürgermedaille in Silber geehrt werden soll. Bürgermeisterin Marion Höcht und die Gemeinde wollten sich mit der Ehrung bei Herrn Roth für sein Wirken für die Gemeinde Krummennaab in einem würdigen Rahmen bedanken. Jedoch hat Herr Roth leider die Ehrung, die für die Jahresschlusssitzung und ausschließlich für ihn vorgesehen war, in diesem Rahmen abgelehnt. Somit ist die zweite Einladung für ein Aussprechen des Dankes leider abgelehnt worden. Die erste Einladung erfolgte bereits zur konstituierenden Sitzung. Eine nochmalige Einladung wird es unter diesen Umständen nicht mehr geben. Die Bürgermedaille wird Herrn Roth anderweitig zugestellt.

Jahresschlusssitzung des Krummennaaber Gemeinderates

Zum letzten Mal im Kalenderjahr 2020 kam der Krummennaaber Gemeinderat in der Schulturnhalle zusammen. Neben einigen Beschlüssen gab es auch einen Rückblick auf das vergangene Jahr.

Nachdem Bürgermeisterin Marion Höcht den Rechenschaftsbericht für das Haushaltsjahr 2019 verlesen hat, stellte der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Bauer, seinen Bericht vor. Gemeinsam mit seinen Kollegen des Rechnungsprüfungsausschusses habe er die Belege geprüft. „Hierbei konnten keine Fehler erkannt werden und für alle Buchungen waren Belege vorhanden“, teilte Bauer mit. Die Entlastung wurde vom Gemeinderat einstimmig erteilt.

Bedarfsmitteilung für Städtebauförderung

Für noch auszuführende Restarbeiten im Bürgerpark, den Historienweg sowie weitere geplante Maßnahmen ist eine Bedarfsanmeldung für die Städtebauförderung bei der Regierung der Oberpfalz einzureichen. Hierzu wird ein Volumen von 2 Millionen Euro angesetzt, welches der Gemeinderat geschlossen befürwortete. Dankende Worte gab es von Bürgermeisterin Höcht diesbezüglich in Richtung Regierung: „Ohne der Fördermittel wären Projekte wie der Bürgerpark oder die weiteren anstehenden Vorhaben für unsere Gemeinde nicht möglich. Ich bin froh, dass wir von Frau Harrer von der Regierung diese Unterstützung bekommen, wofür ich mich bedanken möchte“, so Höcht.

Neuer Bauhof für die Gemeinde

Ganz nach dem Motto „Neues Jahr, neues Glück!“ teilte der Gemeinderat seine Zukunftspläne zum neuen Bauhof für die Gemeinde Krummennaab in seiner letzten Sitzung dieses Jahres mit der Bevölkerung.
In der Dezembersitzung des Gemeinderates Krummennaab wurden einige Zukunftsprojekte der Gemeinde vorgestellt, unter anderem der langersehnte neue Bauhof für die Gemeinde. Bürgermeisterin Marion Höcht wies in ihren eingehenden Worten einmal mehr darauf hin, dass der vorhandene Bauhof an seinem aktuellen Standort nicht mit den erforderlichen Funktionen saniert werden kann. Zudem haben Überprüfungen durch Aufsichtsbehörden regelmäßig zu massiven Mängelanzeigen geführt, die insbesondere aus Gründen der Hygiene schnellstmöglich behoben werden müssen. Herr Dr. Lehner vom Planungsbüro SHL Architekten und Stadtplaner teilte in seiner Präsentation den passenden Standort für einen Neubau des gemeindlichen Bauhofes mit: Nach einiger Suche eines passenden Baugrundstückes innerhalb des Gemeindegebietes fiel die Entscheidung nun auf eine Teilfläche des Bürgerparks nahe des Ortszentrums, unweit der noch genutzten Lagerhalle der Porzellanfirma Seltmann. Dazu wurde vom Gemeinderat ein Bebauungsplan mit integrierter Grünordnung „Kommunaler Bauhof“ als Sondergebiet für einen Gemeindebau beschlossen. Ziel ist es, so Lehner weiter, den Bauhof zentral im Ort zu integrieren und durch einen schlichten Bau ins Gesamtbild des Ortes einzubetten. Bei der derzeitigen Lage könne das Genehmigungsverfahren jedoch noch einige Zeit dauern, Lehner ist aber zuversichtlich, das Projekt so schnell als möglich zu realisieren.

Entwurfsplanungen zum Dorfladen im Ortskern Krummennaab

Nach der Auswertung der im Sommer durchgeführten schriftlichen Umfrage für einen Dorfladen im Ortskern berichtete Bürgermeisterin Marion Höcht von dem großen Interesse und der positiven Resonanz der Bürgerinnen und Bürger. Die Auswertung habe ergeben, dass der Bedarf für eine örtliche Einkaufsmöglichkeit gegeben ist und man sich daher auf die Suche nach einer geeigneten Örtlichkeit gemacht habe.

Bevor der Städteplaner Dr. Lehner vom Planungsbüro SHL Architekten und Stadtplaner mit seinem Vortrag über eine mögliche Umsetzung beginnen konnte, merkte die Bürgermeisterin ausdrücklich an, dass ihr bei diesem Thema der Bürgerdialog sehr wichtig sei. Eine geplante Bürgerversammlung im Herbst, bei der unter anderem über dieses Thema mit den Einwohnern in den Dialog getreten hätte werden sollen, musste Corona-bedingt jedoch leider ausfallen. Aufgrund des Zeitfensters, in dem Fördergelder beantragt werden müssen, werde nunmehr aber leider sehr viel parallel geplant werden müssen, um aufs Tempo zu drücken.

Laut Dr. Lehner wurde in einer Machbarkeitsstudie das zum Teil leerstehende Gebäude nahe des Bürgerparks näher begutachtet, in dem sich derzeit eine Wohnung und eine Zahnarztpraxis befinden. Diese Örtlichkeit eignet sich nach Ansicht des Architekten aufgrund seiner Bauweise bestens für die Umsetzung eines Dorfladens mit integrierter Sitzmöglichkeit für ein Café. Die Gemeinde Krummennaab steht derzeit bereits in Verhandlungen mit den Eigentümern über einen Pachtvertrag des Erdgeschosses zur Umsetzung des Projektes. Dr. Lehner führte in seiner Rede bereits angedachte Umsetzungsmöglichkeiten aus und merkte an, dass vor allem ein barrierearmer Zugang den Eintritt ins Ladengeschäft erleichtern wird. Die große Glasfront zur Hauptstraße bietet einen guten Lichteinfall, könnte durch Baumaßnahmen aber auch herausgenommen werden und so die Fassade des Hauses umgestaltet werden. Im Inneren des geplanten Dorfladens ist zudem ein kleines Café angedacht, in dem beispielsweise Radfahrer oder Eltern mit Kindern nach dem Besuch des Bürgerparks Platz nehmen können. Im hinteren Bereich des Geschäfts sind zudem Räumlichkeiten für Mitarbeiter und eine mobile Ladezone geplant. Abschließend merkte Dr. Lehner in seinen Ausführungen an, dass es je nach vertraglichen Einigungen zu einer schnellen Umsetzung kommen könne, sodass die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde ihre Plätzchen vielleicht im nächsten Jahr bereits in ihrem Dorfladen kaufen könnten.

Krummennaab als Gemeinde für Jung und Alt

In ihren Ausführungen in der letzten Gemeinderatssitzung dieses Jahres erklärte Bürgermeisterin Marion Höcht, dass sich im Gemeindebereich in den letzten Jahren bereits vieles getan hat. Da das Dorf aber kein Industriestandort mehr sei, sondern vielmehr als liebenswerter Wohnort wahrgenommen werde, sei es für die Gemeinde wichtig, neben Angeboten für junge Familien auch die ältere Bevölkerung nicht zu vergessen. „Auch im höheren Alter wollen viele in ihrer Heimatgemeinde wohnen bleiben und die Pflege zuhause nimmt zu“, führte Bürgermeisterin Höcht aus.

Um dies zu ermöglichen, plant die Gemeinde Krummennaab eine Tagespflegeeinrichtung in Zusammenarbeit mit der Caritas Tirschenreuth in der Gemeinde zu verwirklichen und hat dazu bereits das passende Anwesen im Auge. Derzeit steht Höcht in Verhandlung mit der Familie Weidner Sportmoden, die die über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Fabrik verkaufen möchten. Eine Begehung der Örtlichkeiten hat bereits stattgefunden. Laut Dr. Lehner vom Planungsbüro SHL Architekten und Stadtplaner bietet das Gebäude mit seiner enormen Fläche und den weitläufigen Außenanlagen einen guten Grundstock für die Umsetzung dieses Planes, den er innerhalb seiner PowerPoint Präsentation erläuterte. Denkbar wäre dann in Zukunft vielleicht sogar eine Zusammenarbeit einzelner Einrichtungen der Gemeinde, beispielsweise eine gemeinsame Kantine für die Senioreneinrichtung, das Kinderhaus und die Grundschule.

Unterstützung für Vereine

Der Gemeinderat sagte unterdessen auch den örtlichen Vereinen seine Unterstützung zu. Hierbei orientierte man sich an den Kriterien, welche vom Vorgängergremium festgelegt wurden. Zudem wurde den Vereinen eine „Corona-Sonderauszahlung“ als Entschädigung zugesagt. „In Zeiten von Corona müssen alle Vereine kämpfen, da auch die Einnahmen durch Vereinsfeste fehlen. Deshalb unterstützen wir die Vereine sehr gerne mit einer Bonuszahlung in dieser schwierigen Zeit“, betone Bürgermeisterin Höcht.

Des Weiteren wurde die Änderung der Hundehaltungsverordnung der Gemeinde Krummennaab vom Gemeinderat beschlossen. So gilt nun neben dem Gebiet bei Kühlenmorgen, Waffenhammer, Bayrischhof, Ziegelhütte und Schmierofen auch für das Gebiet des Fichtelnaab- und Steinwaldradweges die Leinenpflicht für Kampfhunde und große Hunde. Zudem ist laut dieser Verordnung auch das Mitführen von derartigen Rassen im Bürgerpark verboten.

Außerdem stimmte der Gemeinderat dem Bauantrag eines Wohnhausneubaus mit Garage in der Ringstraße (OT Scheibe) zu. Bürgermeisterin Höcht gab bekannt, dass ein weiterer Bauplatz in der J.-B.-Lehner-Straße kürzlich verkauft wurde.

Abschließend ließen das Gemeindeoberhaupt sowie die Fraktionssprecher in ihren Jahresschlussreden das Kalenderjahr 2020 Revue passieren.

Autor: Verena Schieder und Simon Ertl

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