„Nur gemeinsam ist man stark“

Bürgerversammlung am 19.11.2021 trotz 2G-Regel gut besucht

Im Rahmen einer Bürgerversammlung informierte Marion Höcht die anwesenden Bürgerinnen und Bürgern am Freitagabend über die neuesten Entwicklungen in der Gemeinde. Ihren Bericht startete die Bürgermeisterin mit den aktuellen Einwohnerzahlen und der entsprechenden Altersstruktur der Einwohner, von denen knapp 14 Prozent 18 und jünger, bzw. 20 Prozent älter als 65 sind. Wegen der zu erwartenden weiteren Alterung der Mitbürger müsse man in Zukunft auch vermehrt Projekte für diese Altersgruppe durchführen.

Im nächsten großen Punkt gab die Rathauschefin über die finanzielle Lage des Ortes Auskunft. Im Jahr 2021 sind Mittel in Höhe von ca. 2,2 Millionen Euro zugeflossen. Als größte Posten auf der Habenseite schlugen dabei mit jeweils über 700.000 Euro die Schlüsselzuweisung, die aus dem allgemeinen Steuerverbund finanziert wird, und die Einkommens- bzw. Lohnsteuer zu Buche. Auch konnte die Gemeinde bei den Wasser- und Kanalgebühren Einnahmen von circa 300.000 Euro, welche jedoch in Gänze für die Kostendeckung genutzt werden, verbuchen. Die Zahlsumme der Stabilisierungshilfe betrug in diesem Jahr 80.000 Euro und wird sich 2022 auf Grund des geplanten Neubaus des Bauhofs und anstehenden Straßensanierungen mehr als verzehnfachen. Als größter Kostenpunkt wurde mit über 660.000 Euro die Kreisumlage angegeben. Neben Krummennaab finanzieren die weiteren 25 Gemeinden damit die Kosten des Landkreises.

Pflichtaufgaben der Gemeinde

Bei den Pflichtaufgaben sprach Höcht über verschiedene Leistungen, die gemäß Gemeindeordnung durch die Gemeinde zu erbringen sind. Als erstes präsentierte sie die Fortschritte im Bereich des Wassers und des Abwassers und hob dabei den Bau der Ringwasserleitung im Ortsteil Scheibe hervor. Da dieser durch das Bauhofteam in Eigenregie durchgeführt wurde, war es möglich, bei der Realisierung einen fünfstelligen Betrag einzusparen. Bei der Kalkulation der Wasser- und Abwassergebühren musste im letzten Jahr eine Erhöhung von 100 Prozent vorgenommen werden, was Höcht damit begründete, dass in den vorherigen 4 Jahren keine entsprechende Anpassung erfolgt ist. Hierbei ist jedoch vergessen worden zu erwähnen, dass zur damaligen Zeit durch den Gemeinderat ein einstimmiger Beschluss darüber gefasst wurde, eine Anpassung der Abwassergebühren erst nach Fertigstellung des Neubaus der Kläranlage vorzunehmen.

Neben dem Kauf des neuen Mannschaftstransportwagens für die Freiwillige Feuerwehr Thumsenreuth informierte die Bürgermeisterin die Anwesenden über den Fortschritt des Gerätehausneubaus für die FFW Krummennaab, für den am Freitag die Streifenfundamente fertiggestellt wurden. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Bau im ersten Quartal 2022 abgeschlossen werden.

Im Bereich der Grundschule sind im letzten Jahr mit Mitteln aus dem Digitalpakt Bayern zahlreiche Laptops und Tablets angeschafft worden. Zwar habe die Covid-19-Pandemie alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen gestellt, aber  auf Grund der unermüdlichen Arbeit des Teams um Schulleiterin Sigrid Reger-Scharf, welche teilweise dafür gesorgt haben, dass Kinder bei Bedarf mit dem Baxi in die Notbetreuung gebracht wurden, seien keine erhöhten Defizite im Lernfortschritt erkennbar.

Bezüglich des Winterdienstes stellte Höcht fest, dass es nur schwer möglich sei, Lösungen zu finden, die alle Anwohner zufrieden stellen. Als wesentliche Prioritätsfaktoren hob die Gemeindechefin neben der Frequentierung der Straßen deren Bedeutung für den Verkehr und die mögliche Gefahr bei unzureichender Räumung hervor. Hierbei appellierte sie an die einzelnen Anlieger, ihren eigenen Räumpflichten nachzukommen bzw. die Straßen bei Glatteis und Schnee nicht unnötig mit abgestellten Fahrzeugen zu blockieren und somit deren entsprechende Räumung zu erschweren. Insbesondere bei der Räumpflicht für die Anwohner wolle man zukünftig mit erhöhtem Augenmerk dafür sorgen, dass auch die Gehwege passierbar bleiben. 

Zahlreiche Projekte zur Steigerung der Attraktivität

Bei den laufenden Projekten im Bürgerpark wurden neben der neuen Doppelseilbahn der Neubau des Mehrzweckgebäudes sowie des Dorfbackofens und der Eisstockbahn im Bürgerpark hervorgehoben. Die Eisstöcke, welche durch den Bürgerverein angeschafft wurden, können bei der Gemeinde ausgeliehen werden. Das angrenzende evangelische Gemeindehaus, welches quasi das Eingangstor des Bürgerparks darstellt und mit Beteiligung der Gemeinde und der Städtebauförderung saniert wird, soll zukünftig als Veranstaltungsort für gemeinsame Projekte dienen. Durch die Mitnutzung der Sanitäranlagen und der Terrasse verspricht man sich einen hohen Nutzen für die Gemeinde.

Auch im Bereich des Dorfladens hatte Höcht Neuigkeiten für die Versammlungsteilnehmer. Das als Unternehmergesellschaft geführte Projekt konnte bisher durch seine 66 Gesellschafter ein Kapital von 24.150 Euro aufbauen. Neben dem Verkauf von Lebensmitteln soll auch ein Cafe als Ort der Begegnung angeboten werden. Der Bitte, beim Ausräumen des zukünftigen Verkaufsraumes zu helfen, kamen am folgenden Samstag zahlreiche Mitbürger nach.

Als weitere zukünftige Projekte sprach die Bürgermeisterin den Neubau des Bauhofes, der im Bereich des Bürgerparks entstehen soll sowie die Schaffung des sozialen Zentrums „Lebens(t)raum“ an. Letzteres ist auf dem Gelände der ehemaligen Firma Weidner in der Schulstraße unter dem Motto „Daheim wohnen, bei uns zu Gast“ geplant. Neben einer Tagespflegeeinrichtung mit 20 Plätzen – welche von der Caritas betrieben wird – soll sich ein Physiotherapeut ansiedeln und eine Senioren-WG entstehen. Des Weiteren ist es angedacht einen Speisesaal für die Kinder der örtlichen Grundschule bzw. des Kindergartens einzurichten und somit einen Begegnungsort für Jung und Alt zu schaffen. Höcht verlieh ihrer Hoffnung darüber Ausdruck, ein Vorzeigeprojekt entstehen zu lassen, welches weit über die Region hinaus bekannt werden soll.

Zum Ende ihres Berichtes dankte die Bürgermeisterin dem Rathausteam und den Einwohnern der Gemeinde für den Zusammenhalt und die vielen kreativen Ideen welche insbesondere während der Coronapandemie dazu geführt haben, dass trotz zahlreicher Einschränkungen ein soziales Miteinander möglich war. 

Bericht der Senioren- und des Jugendbeauftragten

Nachdem Bürgermeisterin Höcht ihre Ausführungen beendet hatte, übergab sie das Wort an die Seniorenbeauftragte Anneliese Krenkel, welche die Versammlungsteilnehmer in ihrem Bericht über die zahlreichen Veranstaltungen, an welchen sie teilgenommen hatte, informierte. Neben Seniorennachmittagen organisierte Krenkel im letzten Jahr eine Weihnachtsaktion für die über 75-jährigen im Gemeindegebiet, welche durchweg positiv aufgenommen wurde. Auch in diesem Jahr ist eine Wiederholung geplant. Als mehr oder weniger „freiwillige“ Helfer spannte die Seniorenbeauftragte sogleich die Mitglieder des Gemeinderates ein, was von den Anwesenden mit viel Applaus gewürdigt wurde.

Als nächster Redner berichtete der Jugendbeauftragte Andreas Heinz über seine Tätigkeit. Als klares Highlight hob er das alljährliche Ferienprogramm hervor, welches Heinz mit viel Liebe gestaltet hat. In diesem Jahr konnten in den Sommerferien an 14 Tagen verschiedene Programmpunkte für insgesamt 188 teilnehmende Kinder angeboten werden. Neben Boccia am Spielplatz Blaue Stunde, Donouts backen im Fire and Kitchen oder einer Schaumparty to go bei der Freiwilligen Feuerwehr standen auch ein Open-Air-Kino im Bürgerpark sowie eine Nachtwanderung mit der Nachbargemeinde Reuth bei Erbendorf auf dem Programm. Außerhalb des Ferienprogramms wurde im letzten Jahr mit Hilfe von Verena und Markus Schieder auch ein Bücherturm im Bürgerpark aufgestellt, in dem sich Groß und Klein bedienen bzw. eigene Bücher hineinlegen können. Während der kalten Jahreszeit ist der Turm im Rathaus zu finden. Weitere Projekte von Heinz waren eine Maibaummalaktion und die Schaffung einer Ferientüte, welche mittlerweile weit über den Landkreis hinaus bekannt ist. Für die Zukunft ist die Schaffung eines Jugendtreffs geplant. Interessierte Jugendliche und Eltern, die sich hier einbringen möchten, lud Heinz dazu ein, sich bei ihm zu melden.

Bezüglich der Tätigkeit der Familienbeauftragten Karin Krenkel, erinnerte Heinz an die letztjährige Weihnachtsaktion „Ein ganzes Dorf leuchtet“, die sehr gut angenommen und deshalb in diesem Jahr wiederholt werden soll. Als weitere Aktion haben Krenkel und ihr Team zu Ostern eine Schnitzeljagd nach dem Osterhasen „Zeppi“ und seinen Freunden veranstaltet. Hier mussten die Teilnehmer einen Rundgang zu verschiedenen Orten im Dorf absolvieren und erhielten als Belohnung eine kleine Osterüberraschung.

Nachdem Krenkel und Heinz ihre Ausführungen abgeschlossen hatten, wurde den Bürgern Gelegenheit gegeben, Fragen und Anträge zu stellen. Da bis auf 2 vorher eingereichte Anfragen, welche nunmehr bearbeitet werden, keine weiteren Wortmeldungen kamen, bedankte sich Höcht bei den Anwesenden beendete die Bürgerversammlung.

„Ein ganzes Dorf leuchtet“ geht in die 2. Runde: Auch in diesem Jahr soll die Aktion „Ein ganzes Dorf leuchtet“ wiederholt werden. Interessierte Teilnehmer können sich bis zum 26.11.2021 unter weihnachtsfenster2021@web.de oder 0171/4833537 anmelden. Weitere Informationen unter www.krummennaab.de/weihnachtsfenster

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