Die Gemeinderatssitzung im Juli hatte einen ganz besonderen Gast. Bereitschaftsleiter Sven Lehner vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes stellte die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer vor Ort vor und bedankte sich für die Unterstützung durch die Gemeinde Krummennaab.
„Was lange währt, wird endlich gut“, so begann Lehner mit seiner Vorstellung. Die Corona-Pandemie hat und hält das Bayerische Rote Kreuz auch weiterhin in Atem und so wurde die Einweihung des neuen Einsatzfahrzeuges für die ehrenamtlichen Helfer vor Ort immer wieder hintenangestellt. Nun endlich konnte Lehner den anwesenden Gemeinderäten und Bürgermeisterin Marion Höcht das Einsatzfahrzeug präsentieren und „endlich zeigen, wo das Geld der Gemeinde hinging“.
Der Einsatz als Helfer vor Ort sei gelebte Nachbarschaftshilfe, so Lehner weiter. Insgesamt verfügt der Landkreis Tirschenreuth über 17 Standorte der Helfer vor Ort. Die Ehrenamtlichen leisten qualifizierte Erste Hilfe und leiten weitere Sofortmaßnahmen ein, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Die laufenden Kosten hierfür werden jedoch nicht vom Staat übernommen, vielmehr finanziert sich das System aus Spenden von Unterstützern und Zuwendungen der Kommunen.
„Bis 2020 mussten die Krummennaaber Helfer vor Ort immer mit ihrem Privatauto zum Einsatzort eilen“, so Lehner. Schnell war klar, dass man das ändern muss und als ein gebrauchtes Notarztfahrzeug aussortiert wurde, schlug man zu. Die Vorteile eines Einsatzfahrzeugs liegen klar auf der Hand: Im einstmaligen Notarztauto waren bereits die wichtigsten Umbauten für Einsätze vorhanden, auch eine bessere Kommunikation kann über die eingebauten Funkgeräte realisiert werden. „Und auch die Wahrnehmbarkeit ist klar gestiegen“, so sieht man jetzt bereits durch die markante Farbgebung, dass es sich um ein Rettungsfahrzeug handelt. Für die Ehrenamtlichen bietet das Fahrzeug jedoch auch den Vorteil, dass benötigten Utensilien im Auto richtig geladen und gesichert werden können und sich nicht mit Utensilien im Privatauto mischen.
Zum Team der Helfer vor Ort in Krummennaab zählen sechs Ehrenamtliche, die in circa 50 Einsätzen pro Jahr ihren Dienst tun. Auch einen besonderen Namen hat man sich für das Fahrzeug überlegt. „Offiziell ist es im Funk als 79/1 vermerkt, aber jeder kennt unseren Einsatzwagen als ‚Auto Anita‘, benannt nach einer fleißigen Sammlerin.“ Natürlich konnten sich die Gemeinderäte noch selbst ein Bild vom bestens ausgestatteten Einsatzfahrzeug machen, das nun bereits seit fast eineinhalb Jahren zuverlässig seinen Dienst tut. Wie Bürgermeisterin Höcht ausführte, werde man auch weiterhin für die Ehrenamtlichen ein offenes Ohr haben und alle wünschten den Helfern vor Ort mit Auto Anita eine allseits gute Fahrt.
Seit zwei Jahren können sich Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen unter der Telefonnummer 0800 85 100 80 kostenfrei zum Thema Krebs informieren. Aufgrund der enormen Resonanz wurde das kostenfreie Angebot des BürgerTelefonKrebs um eine weitere Service-Leistung ergänzt. Das Selbsthilfegruppen-Suchportal auf der Website des Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) bietet ab sofort Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, die passende Selbsthilfegruppe heimatnah zu finden. Seit Einführung des BürgerTelefonKrebs im Juli 2020 unterstützt das BZKF Ratsuchende und stellt so den direkten Zugang zu wissenschaftlich fundierten Informationen, die Vermittlung an ein wohnortnahes Krebszentrum sowie den Zugang zu neuesten Therapieoptionen sicher.
In der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Krummennaab beriet das Gremium um Gemeinschaftsvorsitzenden Werner Prucker über die Jahresrechnung und den Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft beider Gemeinden. Auch die gemeinsame Kläranlage stand auf der Tagesordnung.
Zunächst fand die Entlastung der Jahresrechnung der Verwaltungsgemeinschaft Krummennaab statt. Für das Haushaltsjahr 2021 war es nicht nötig, für die Zahlungsbereitschaft der Gemeinschaftskasse entsprechende Kassenkredite in Anspruch zu nehmen. Für das Haushaltsjahr 2022 beträgt der Einwohnerstand der Verwaltungsgemeinschaft Krummennaab insgesamt 2551 Einwohner (Stand Juni 2021). 1104 Bürgerinnen und Bürger lebten in der Gemeinde Reuth, 1447 Einwohner in Krummennaab.
Der Haushaltsplan für das Jahr 2022 sieht einen Verwaltungshaushalt von über 816.000 Euro in den Einnahmen und Ausgaben vor. Der Vermögenshaushalt beläuft sich in den Ein- und Ausgaben auf 10.000 Euro. Kredite zur Finanzierung von Ausgaben werden auch in diesem Jahr nicht aufgenommen. Zu den wichtigsten Einnahmen der Verwaltungsgemeinschaft zählen neben der Verwaltungsumlage auch die Umlage für die Kläranlage sowie Zuweisungen vom Land. Ihnen gegenüber stehen Ausgaben vor allem für das Personal sowie dem Betrieb der gemeindlichen Kläranlage. „Insgesamt ist von einer geordneten und soliden Kassenlage zu berichten“, so Prucker. „Ausgaben in der Verwaltungsgemeinschaft sind immer Investitionen oder Reparaturen“, so Prucker in seinen Ausführungen.
Über eine mögliche Investition in die Kläranlage wurde in der Sitzung diskutiert. Um für etwaige Stromausfälle, sei es durch Unfälle oder Unwetter, bei der Entsorgung des Abwassers gerüstet zu sein, sei es angebracht, für den Betrieb der Kläranlage über die Anschaffung eines Notstromaggregates nachzudenken. Somit könnte im Fall eines Falles ein weiterer Betrieb der Anlage gewährleistet werden. „Bisher gab es zum Glück noch keinen längeren Stromausfall über ein bis zwei Stunden hinaus, aber in der derzeitigen Situation mit der Ukrainekrise, möglichen Unwetterereignissen und bei dem immer weiter steigenden Energiebedarf sollte man für die Zukunft gewappnet sein“, so der Vorsitzende. Über ein solches Aggregat wäre dann eine schnelle Ersatzversorgung möglich. Das Gremium einigte sich darauf, zunächst Kostenangebote einzuholen und dann in der nächsten Sitzung über diese zu beratschlagen. Auch über alternative Optionen zur Entsorgung des Abwassers im Falle eines Stromausfalles werde bis dahin nachgedacht.
Zudem erläuterte Bauamtsleiter Gerhard Streibelt den Anwesenden die Notwendigkeit eines Neuerlasses für die Benutzungsordnung der Kläranlage. Mit Abschluss der Kläranlagensanierung kann seit Ende 2019 die Entsorgung von Klärschlamm aus Kleinkläranlagen über die Kläranlage Krummennaab angeboten werden. Somit konnten seitdem die Betreiber dieser Kleinanlagen aus der Umgebung Fäkalschlamm ortsnah entsorgen. In den letzten beiden Jahren wurde das Angebot gut angenommen. Aufgrund gestiegener Betriebskosten muss nun das Entgelt für die Entsorgung des angelieferten Fäkalschlamms neu kalkuliert und angepasst werden. Das Entgelt für die Entsorgung beträgt nun 58 Euro pro Kubikmeter angelieferten Fäkalschlamm. Weiter stimmten die Ehrenamtlichen für den Wechsel der Informationstechnologie der Verwaltungsgemeinschaft. Aktuell arbeitet die Verwaltung mit dem TERA- und GIS-Verfahren bei der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). Mittelfristig wird sich die AKDB aus diesem IT-Bereich zurückziehen, sodass ein frühzeitiger Umstieg zu RIWA sinnvoll sei. Zudem biete dieses Unternehmen dann eine Mehrfachlizenz an, sodass, anders als derzeit, alle Zugangsberechtigten gleichzeitig arbeiten können. Wenn alle Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft im neuen System geschult sind, soll die Verwaltung ab dem Herbst dieses Jahres umgestellt werden. Die Anwesenden wurden abschließend über die Änderung der Rechtsform des Landkreis-Service-Centers vom Landkreis Tirschenreuth informiert. Hierzu wurde ebenfalls der neue Entwurf der Verbandssatzung des Zweckverbands übermittelt. Die Gemeinschaftsversammlung stimmte dem Inhalt des Entwurfs zu und beauftragten den Gemeinschaftsvorsitzenden Werner Prucker mit dem Vollzug der Änderung der Rechtsform des Landkreis-Service-Centers.
In der Junisitzung des Gemeinderates Krummennaab stimmte das Gremium über weitere Baumaßnahmen in der Gemeinde ab.
Für die Errichtung des gemeindlichen Bauhofes waren unterschiedliche Angebote von Firmen eingegangen, deren Preisspanne weit auseinanderging, wie Bürgermeisterin Marion Höcht die Gemeinderäte informierte. Erst ein paar Stunden vor der Beschlusssitzung erhielt das Rathaus ein noch deutlich günstigeres Angebot einer weiteren Firma. Das Gremium war sich einig, dieses zunächst noch ausführlich zu prüfen. Sie beschlossen daher, sich nach dem Vergleich der beiden in Frage kommenden Firmen für das günstigste Angebot zu entscheiden. Errichtet werden sollen eine geschlossene Fahrzeughalle mit Betriebsräumen sowie eine Lagerhalle.
In der Aprilsitzung wurde zudem der Auftrag für Asphaltierungsarbeiten einiger gemeindlicher Straßen an die Firma STRABAG vergeben. Bereits in dieser Sitzung wurden weitere Schadstellen benannt und es wurde beschlossen, diese im Zuge der Arbeiten mit erledigen zu lassen. Der dadurch etwas höheren Rechnung für die Ausführung der zusätzlichen Straßenflickarbeiten wurde nun nachträglich zugestimmt.
Zudem erteilen die Räte zwei weiteren privaten Bauanträgen ihre Zustimmung. In Stockau kann nun ein Anbau einer Halle an eine bestehende Scheune für die Lagerung von Ernteerzeugnissen und landwirtschaftlicher Anbaugeräten entstehen. Auch die Wiederaufnahme der Wohnnutzung eines alten Wohngebäudes in Thumsenreuth fand Zustimmung.
Weiterhin plant der Bauausschuss des Gemeinderates ein Treffen am Waldfriedhof in Krummennaab, um sich mit der dortigen Platzsituation auseinanderzusetzen. Derzeit seien nur noch elf Plätze frei, auch für die Zukunft mit einer steigenden Tendenz zu Feuerbestattungen müsse man gerüstet sein. Immer wieder erreichen die Gemeinde auch Anfragen für naturnahe Bestattungen, sodass sich das Gremium in der nächsten Zeit mit verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten auseinandersetzen möchte.
Jugendbeauftragter Andreas Heinz berichtete den Anwesenden vom Sanierungsfortschritt der beiden im Gemeindegebiet befindlichen Jugendräume. In Thumsenreuth haben die Jugendlichen in fleißigen Arbeitseinsätzen die Räumlichkeiten bereits entkernt und saubergemacht, sodass diese nun trockengelegt werden können. Schon im Herbst soll der Jugendtreff wieder in Betrieb genommen werden können. Auch der Umbau der Container zum geplanten Jugendtreff in Krummennaab hat begonnen. Es fand ein erstes Treffen mit einigen Jugendlichen und Erwachsenen statt, um das weitere Vorgehen abzusprechen. In gemeinsamen Arbeitseinsätzen soll auch hier bis zum Herbst ein geeigneter Raum für die Jugendlichen entstehen. Der Jugendbeauftragte konnte zudem über das Landratsamt einen Sprayer organisieren, der die Außenwand nach den Vorstellungen der Jugend verschönert.
Als kleines Highlight hat sich in den letzten beiden Jahren der Bücherturm im Bürgerpark erwiesen. „Die Tauschmöglichkeit gelesener Bücher wird sehr gut angenommen“, so Höcht. Leider platzt der Turm seit einiger Zeit aus allen Nähten, sodass gar nicht alle Bücher dort ihren Platz finden können. In den vergangenen Wochen haben sich die Gemeinderäte von anderen Gemeinden mit deren Umsetzung verschiedener Tauschmöglichkeiten inspirieren lassen. Schwierig gestalte sich jedoch in allen Fällen die Abdichtung der Schränke, sodass man sich einig war, nach einer alten Telefonzelle oder einer Gondel zu suchen, die dann als Tauschschrank umgebaut werden könnte. Wenn die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde eine Idee für die Umsetzung haben, können sie sich im Rathaus melden.
Zum aktuellen Planungsstand für den Dorfladen verwies Bürgermeisterin Höcht auf die derzeit gut laufenden Bauarbeiten, sodass dieser hoffentlich Mitte August eröffnet werden könne. Fraktionssprecher Wolfgang Bauer (SPD) merkte hier an, dass man sich zeitnah über eine mögliche Verkehrssicherung beim Kreuzen der Straße vor dem Laden Gedanken machen sollte. Der Kurvenbereich zwischen Rathaus und Dorfladen sei sehr unübersichtlich. Bürgermeisterin Höcht versicherte, mit den Zuständigen aus Landratsamt und Polizei eine Verkehrsschau abzuhalten. Bauer verwies in diesem Zuge auch auf die schwierige Verkehrslage an der Brücke im Unteren Dorf Richtung Sportplatz. Auch hier fehle ein Gehsteig für Fußgänger. Da es sich jedoch nicht um eine gemeindliche Brücke handle, sei hier das Kreisverkehrsamt zuständig, so Höcht.
Auch die Dammsanierung des Erlenweihers in Thumsenreuth war bereits Thema vergangener Sitzungen. „Derzeit scheinen alle Maßnahmen sehr kompliziert zu werden,“ merkte Höcht an. Da man jedoch mittlerweile mit Szenarien eines 1000-jährigen Hochwasser kalkulieren müsse, laufen derzeit Neuberechnungen, was passieren könnte, wenn der Damm wirklich breche. Solange diese Ergebnisse nicht vorliegen, könne man auch nicht aktiv werden.
Abschließend berichtete zweiter Bürgermeister Herbert Mattes von der Bürgermeisterdienstbesprechung, in der die Bürgermeister der Gemeinden über die Grundsteuerreform informiert wurden. Im Zeitraum zwischen dem 01.07. und 31.10.2022 müssen alle Grundstücksbesitzer eine verpflichtende Erklärung abgeben. Im Zuge dieses Verfahrens sollen die Grundstücks- und Gebäudewerte im Landratsamt aktualisiert werden und über 6,3 Millionen Neubewertungen stattfinden. Einen Großteil der benötigten Daten wie beispielweise die Grundstücksgrößen können die Bürgerinnen und Bürger über den Bayernatlas erfragen. Der Antrag könne über Elster online abgegeben werden, er liegt ab Anfang Juli aber auch in Papierform im Rathaus aus.
Zum Schluss merkte Rathauschefin Marion Höcht an, dass die Gemeinde für die VHS Tirschenreuth eine oder einen neuen Verantwortlichen sucht, der die Außenstelle Krummennaab übernimmt. Interessierte können sich entweder im Rathaus Krummennaab oder in der VHS Tirschenreuth melden.
Aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise wird für die Nutzung ab 1. Juni 2022 der Betriebskostenanteil von 0,35 Euro je gefahrenen Kilometer auf 0,50 Euro angepasst.
In der Märzsitzung wurden die Gemeinderäte über den Haushalt informiert. Kämmerer Bernhard Frummet hatte für das Gremium erfreuliche Zahlen.
In der letzten Gemeinderatssitzung stand ein wichtiger Punkt auf der Agenda des Gremiums: der Haushaltsplan der Gemeinde Krummennaab. Bernhard Frummet, Kämmerer der Gemeinde Krummennaab, gab eine detaillierte Übersicht über die aktuelle Situation und die Finanzen der Gemeinde. Trotz eines leichten Rückgangs in den vergangenen Jahren ist die Einwohnerzahl relativ stabil geblieben. Insgesamt zählte die kleine Gemeinde 1447 Einwohner im Sommer 2021.
Laut Frummet konnten die Haushalte der vergangenen Jahre jeweils zufriedenstellend abgewickelt werden. Trotz verschiedener Maßnahmen in der Städtebausanierung seien noch ausreichend Rücklagenpolster vorhanden. Auch in diesem Jahr investiert die Gemeinde in weitere Projekte. Zu den teuersten Posten zählen für 2022 mit eingeplanten 700.000 Euro der Neubau inklusive der Planungskosten des Bauhofes. Weitere 520.000 Euro werden für die bereits laufenden Projekte wie den Dorfladen, die Tagespflege und das Funktionsgebäude im Bürgerpark verplant. Weitere 270.000 Euro fließen in verschiedene Straßenbaumaßnahmen, da einige Gemeindestraßen ausgebessert werden müssen. Zudem sind 250.000 Euro für weitere Kanalsanierungen eingeplant. Hierfür erhält die Gemeinde aber einen Zuschuss von 50 Prozent. Ob die geplanten Ausgaben jedoch auch so eingehalten werden können, stehe bei den derzeitig explodierenden Baupreisen in den Sternen.
Insgesamt beläuft sich laut Frummet der Gesamthaushalt aller Einnahmen und Ausgaben auf circa 5 Millionen Euro. Erfreulich sei, dass dieses Jahr weitere 115.000 Euro der noch vorhandenen Schulden getilgt werden können. Voraussichtlich wird am Jahresende die Pro-Kopf-Verschuldung um über 90 Euro sinken und bei 701,86 Euro liegen.
„Wie aus den Ausführungen im Bericht ersichtlich, gestaltet sich die finanzielle Situation der Gemeinde Krummennaab im anstehenden Haushaltsjahr als ausgeglichen und stabil“, so Frummet weiter. „Die konsequente Umsetzung der Stabilisierungshilfe im Rahmen der Haushaltskonsolidierung zeigt Erfolg.“ Bei einer geschätzten Rücklage von etwa einer Million Euro am Jahresende 2022 seien zudem keine Kreditaufnahmen eingeplant. Bürgermeisterin Marion Höcht merkte an: „Alle offenen Baustellen können dieses Jahr hoffentlich abgeschlossen werden, damit wir so mit abgezahlten Abschlussrechnungen ins Jahr 2023 starten können.“
Bahnbrücke wird zur Fußgängerbrücke
Die Bahnbrücke wird für den Kraftfahrverkehr gesperrt und darf nur noch von Fußgängern und Radfahrern überquert werden. Zudem wird ein Teil des Hirschenreutherwegs (rechts) der Dammstraße zugeordnet.
Bei der Brückenüberprüfung der Bahnbrücke in Scheibe im vergangenen Jahr stellte die zuständige Behörde fest, dass die Brücke aufgrund ihres Zustands nur noch mit maximal sechs Tonnen belastet werden darf. Hierrüber informierte der Bauamtsleiter Gerhard Streibelt den Gemeinderat Krummennab in der vergangenen Aprilsitzung.
„Sofern die Brücke für den Kraftfahrverkehr offenbleiben würde, kann nicht sichergestellt werden, dass es erneut zu einer Überlastung kommt. Deshalb wurde empfohlen, die Bahnbrücke in Scheibe, über die der Hirschenreuther Weg verläuft, für den Kraftfahrverkehr dauerhaft zu sperren,“ so Streibelt. Die Brücke sei aber weiterhin für Fußgänger und Radfahrer zugelassen. Bürgermeisterin Marion Höcht merkte an, dass die Bahnbrücke bereits das komplette Jahr 2021 mittels verkehrsrechtlicher Anordnungen für den Kraftfahrverkehr gesperrt war. Durch diese Maßnahmen könne man die Brücke noch mehrere Jahre erhalten und eine kostenintensive Sanierung sei derzeit nicht sofort nötig.
In seinen Ausführungen erläuterte der Bauamtsleiter zudem, dass durch die dauerhafte Sperrung für den Kraftfahrverkehr dieser Teilabschnitt des Hirschenreutherwegs seine Verkehrsbedeutung als öffentlicher Feld- und Waldweg verloren habe und damit in seiner Nutzung über das Landratsamt abgestuft werden müsse.
Im Zuge der Überprüfung wurde auch festgestellt, dass sich der Wegeverlauf des Hirschenreutherwegs und der Dammstraße in Scheibe in den letzten Jahren geändert habe und noch die Flurnummern von vor der Gebietsreform erfasst sind. Daher schlug Streibelt den anwesenden Gemeinderäten vor, im Zuge der Abstufung des Hirschenreutherwegs einen Teil der Straße zur Dammstraße zuzuschlagen und diese damit um 63 Meter auf insgesamt 476 Meter zu verlängern. Damit seien die derzeit zwei bestehenden Teilstücke der Dammstraße dann offiziell miteinander verbunden. Die Räte stimmten für diesen Vorschlag und auch für die Abstufung des Hirschenreutherwegs, da man sich einig war, die Bahnbrücke so noch einige Zeit ohne anfallende Zusatzkosten erhalten zu können. Die Umwidmung soll im Zuge des Verfahrens zum 1. Januar 2023 erfolgen.
Sanierungsmaßnahmen in Krummennaab
Im Zuge der Asphaltierungsarbeiten sollen viele kaputte Stellen in den Straßen Krummennaabs ausgebessert werden.
Wie in einigen Gemeinderatssitzungen zuvor war auch in der Aprilsitzung der Straßenunterhalt ein Thema auf der Tagesordnung. Vom Bauhofteam wurde in den vergangenen Monaten ermittelt, welche gemeindlichen Straßen in diesem Jahr unbedingt mit Asphaltierungsmaßnahmen ausgebessert werden müssen. In Thumsenreuth zählen hier der Finkenweg, der Ägidienplatz, die Triftgasse und die Siedung zu den Sorgenkindern. Im Ortsteil Scheibe müssen Teile der Frh.-v.-Lindenfels-Straße, der Dammstraße und der Ringstraße ausgebessert werden. Auch in Krummennaab müssen in der Tulpenstraße, der Hirtenleite, der Georg-Mark-Straße, am Waldrand, in der Dobmeierstraße, in der Lehenerstraße, der Sonnenstraße sowie der Kreuzung J.-B.-Lehner-Straße Arbeiten vorgenommen werden. Der Gemeinderat vergab die Ausführung der Ausbesserungsarbeiten an die Firma STRABAG aus Maxhütte-Haidhof, die das günstigste Angebot abgegeben hatte.
Zudem beauftragten das Gremium Bürgermeisterin Marion Höcht und ihr Team damit, die Straße von Krummennaab in Richtung Trautenberg zu überprüfen und im Zuge der Sanierungsmaßnahmen beschädigte Stellen auszubessern. Eigentlich war der Wunsch des Gemeinderates bereits vor Jahren ein Vollausbau dieser Straße gewesen, jedoch hatte man hierfür keine Förderungen erhalten. Wie Höcht ausführte, hätte dieser Ausbau der Gemeinde bereits 2019 circa 500.000 Euro gekostet. Eine aktuelle Kostenschätzung liegt bei etwa 600.000 Euro, wobei nun ca. 60 Prozent gefördert würden. Die Räte entschieden sich jedoch gegen eine weitere Teilnahme am Kernwegenetzförderprogramm, da immer noch ungefähr 240.000 Euro für den Straßenausbau Richtung Trautenberg bei der Gemeinde bleiben würden. Dieses Geld werde derzeit anderweitig benötigt. „Aufgrund der Verkehrssicherungspflicht sollten schadhafte Stellen aber ausgebessert werden,“ argumentierte Höcht. Dieser Aussage stimmte das Gremium zu.
Weiterhin stellte sich der Gemeinderat hinter die Stellungnahme des Bayerischen Gemeindetags, der die Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms eher kritisch sieht. Dieses Programm würde den ländlichen Raum benachteiligen, da Bereiche, wie beispielsweise der öffentliche Personennahverkehr, nur gefördert würden, wenn bereits alle Strukturen vorhanden seien. Die Verwaltung der Gemeinde Krummennab soll hier in Abstimmung mit der Bürgermeisterin ein Schreiben aufsetzen. Außerdem plant der Landkreis Tirschenreuth ein landkreisübergreifendes, integriertes Klimaschutzkonzept und –management einzurichten. Aufgrund des Projektträgerwechsels ist es nun notwendig, dass alle 26 Kommunen des Kreises eine entsprechende Kooperationsvereinbarung abzuschließen. Dem stimmten die Räte ebenfalls zu.
Weiterhin hatte Höcht ein weiteres Anliegen vorzubringen. Im Bereich um den Backofen im Bürgerpark wurde in den letzten Wochen immer wieder Müll im und um den Backofen liegen gelassen. Hier musste das Bauhofteam wöchentlich aufräumen und die Hinterlassenschaften entsorgen. Höcht schlug den Räten vor, den Bereich um das Versorgungsgebäude mit Kameras zu überwachen. Nach einigen Bedenken einigte man sich darauf, diesem Vorschlag zuzustimmen und gleichzeitig Hinweisschilder zur Videoüberwachung anzubringen. Abschließend bedankte sich Gemeinderat und Mannschaftsführer Andreas Heinz im Namen der Schützengesellschaft 1898 Thumsenreuth bei der Gemeinde Krummennaab für die Kostenübernahme des VG Mobils im Rahmen ihres Aufstiegskampfs in die zweite Bundesliga.